Alle Grafiken und Texte auf dieser Seite stammen aus dem lesenswerten Buch „Strom – das Buch“ und wurden von Dr. Tim Meyer zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür!

Strom – Das Buch

Ein Buch über eine der größten ökonomischen Umwälzungen seit Jahrzehnten — verständlich erzählt, ohne technisches Pathos, mit breitem Blick auf ökonomische und gesellschaftliche Dynamiken, Chancen und Widerstände. Willkommen in der 4. Energierevolution: Wie eine Industrierevolution unsere Wirtschaft, Politik und unser Leben verändert.

EMAIL

mail@klettgau-energie.de
Solar- und Windstrom wachsen schneller als alles zuvor in der Menschheitsgeschichte

Am Anfang war das Feuer, d.h. die Nutzung von Biomasse durch den Menschen zur Erzeugung von Wärme und später auch Kraft. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert folgte die erste Energierevolution: der Energieträger Kohle betrat die Weltbühne. Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors und seiner massenhaften Einführung folgte die zweite Energierevolution: das explosionsartige Wachstum von Erdöl als Energiequelle vor allem in der Mobilität. Die dritte Energierevolution betraf vor allem den Wärmesektor: Erdgas. Die Hoffnungen, dass mit der Atomenergie eine weitere Energierevolution gelingen würde, wurden nicht erfüllt. Nach gutem Start stagnierte die weltweite Atomstromproduktion schnell und sinkt sogar seit Jahrzehnten leicht. Aktuell befinden wir uns in der 4. Energierevolution, in die Erzeugung von Solar- und Windstrom in einer Geschwindigkeit wachsen, die es in der Menschheitsgeschichte bisher nicht gab.

Die Grafik zeigt diese Entwicklungen für die einzelnen Energieträger jeweils bezogen auf den Start ihrer massenhaften Nutzung.

It‘s the efficiency, stupid!

Mit dieser Anleihe beim früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton ist eigentlich alles erklärt: warum erneuerbare Energien mittlerweile die globale Investitionstätigkeit im Energiesektor dominieren, warum die Ablösung des Verbrenners durch Elektrofahrzeuge mit so hoher Dynamik voranschreitet oder worum Heizen mit Wärmepumpen auch in Deutschland bald das Normalste der Welt sein wird.

Denn der Wirkungsgrad ist nicht politisch. Am Ende gewinnt immer die Effizienz, weil sie Kosten senkt und mehr Leistungsfähigkeit ermöglicht. Ganz nebenbei schonen niedrige Emissionen dann auch die Gesundheit.

Auch wenn viele der in der Grafik angedeuteten Veränderungen aus heutiger Perspektive banal wirken: es waren oft Revolutionen mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die jeweilige Wirtschaft und den Alltag der Menschen. Ganze Branchen wurden abgeschafft oder in Nischen verbannt, vom Stellmacher bis zum Kutscher, vom Kerzenmacher bis zum Treidelknecht. Das erklärt dann auch die Widerstände gegen eigentlich positive Veränderungen.

 

Kohle importieren statt Solarmodule: 200 mal so viele Schiffe überqueren die Weltmeere

Noch so eine unbekannte Tatsache: fossile Energieträger machen 40% des Transportvolumens im globalen Schiffsverkehr aus – aber nur 10% des transportierten Warenwertes.

Statt fossile Energieträger an den Ort ihrer Verbrennung zu transportieren ist es ungleich effizienter, Stromerzeuger für Erneuerbare Energien und ihre Speicherung in das Land ihrer Nutzung zu bringen:
Ein großes Containerschiff ist beladen mit Solarmodulen (2 GW Leistung) und Batterien (5 GW / 10 GWh) nicht einmal ganz voll. Die Menge Strom, die die Solarmodule in 25 Jahren erzeugen ist aber ebenso groß wie die Menge Strom, die aus der Kohle von 175 großen Massengutfrachtern gewonnen werden kann.

In diesem Bild besonders absurd erscheint. Neben der Ineffizienz des Transportes steckt in dieser Zahl eine zweite Ineffizienz: die Energie der Kohle aus 98 Frachtern geht als Abwärme durch den Kraftwerksschornstein und nur die Energie der Kohle aus 77 Frachtern wird tatsächlich zur Nutzenergie Strom.

Batterien: eine Selbstverstärkungsspirale wie aus dem Lehrbuch

Batterien sind DER Game Changer im Umbau der Energiesysteme weltweit. Einerseits, weil ohne Batterien in vielen Ländern bereits heute der rasante Zubau der erneuerbaren Energien, vor allem der Photovoltaik, Märkte und Netze vor unlösbare Aufgaben stellen würde. Und andererseits, weil Batterien ganz neue Geschäftsmodelle erlauben und konventionelle Kraftwerke selbst aus den Märkten herausdrängen, die für fluktuierende Erneuerbare unzugänglich wären.
In Kalifornien decken Batterien bereits regelmäßig über 30% der abendlichen Lastspitze im Netz und verdrängen Gaskraftwerke. Und in Texas stammen bereits über 50% der positiven Regelenergie aus Batterien. In Deutschland hinken wir bei all dem aufgrund der sperrigen Regulierung leider noch deutlich hinterher.
Bei Batterien wird die Selbstverstärkungsspirale aus Wachstum, Technologieentwicklung, Skalierung und Kostensenkung noch lange anhalten. Denn der Steile Pfad der „S-Kurve“ bei Batterien geht gerade erst los.
Wir müssen sie in Deutschland nur endlich von der Kette lassen, d.h. vor allem den Netzanschluss erleichtern und einfache, markttaugliche Spielregeln zwischen Batteriebetreibern und Verteilnetzbetreibern schaffen.

 

Bei jeder Reise hängen Zielentfernung und Route vom Startpunkt und der natürlichen Beschaffenheit des Geländes ab

Stellt Euch vor, ihr kommt aus München und wollt Euch mit Berliner Freunden im schönen Hamburg treffen. Aber schon hinter Nürnberg tobt der Beifahrer, dass Ihr ja erst in Nürnberg seid. ERST IN NÜRNBERG! Ganz klar: DIE REISE IST GESCHEITERT! Sonst wären wir ja schon längst am Ziel. Die aus Berlin stellen das viel klüger an. DIE HABEN SCHON DIE HALBE STRECKE GESCHAFFT! ALS FAHRER BIST DU EINE NIETE! ….oder?
So jedenfalls argumentiert, wer mit Verweis auf den CO2-Fußabdruck des deutschen Strommixes vom Scheitern der Energiewende fabuliert. Denn Frankreich hat einen ungleich CO2-ärmeren Fußabdruck – her also mit neuen AKW!
Die Logik scheint eher irre: wenn wir also als Münchner eigentlich in Berlin wohnen würden, hätten wir es kürzer nach Hamburg…Dass wir vor Jahrzehnten entschieden haben, nach München zu ziehen und unsere Freunde nach Berlin, jeder damals übrigens aus guten Gründen, wird ignoriert. Also schnell noch nach Berlin umziehen, damit wir es nicht so weit haben nach Hamburg!?
Deutschland ist historisch begründet mit einem hohen Kohlestromanteil ins Rennen gestartet und hat lange zu wenig für den klimaneutralen Umbau des Energiesektors getan. Von den ursprünglich ~800 g CO2/kWh bis Klimaneutralität ist der Weg daher weiter. Mit aktuell nur noch ~400 g CO2/kWh haben wir die Hälfte noch nicht geschafft – die „große Elektrifizierung“ liegt noch vor uns.
Wer die Ziellinie Klimaneutralität als Erstes überschreitet, ist dennoch nicht ausgemacht. Denn auch der französische Weg geht nicht nur geradeaus. Die AKW-Flotte ist alt und Neubauten dauern ewig (alleine für ein einziges AKW in Frankreich >20 Jahre). Und sie verschlingen gigantische Summen Geld (Flamanville, Hinkley Point C…). Dabei braucht auch in Frankreich die Elektrifizierung von Industrie und Mobilität zusätzliche Strommengen.

 

Auch Deutschland kann gesamtgesellschaftliche Projekte im Konsens. Beispiel: Atomausstieg

Ursprünglich von der Umweltbewegung gefordert, war der deutsche Atomausstieg schlussendlich ein gesamtgesellschaftlich getragenes Projekt.
Die gesetzlichen Entscheidungen und konkreten Abschaltungen sind in ihrer deutlichen Mehrzahl unter CDU- und SPD geführten Bundesregierungen gefällt worden.
Im jeweils federführenden Wirtschaftsressort fiel die Mehrheit der Abschaltungen sogar in die Zeit von FDP-Ministern. In die Zeit eines grünen Ministers fielen die letzten 4 GW AKW-Abschaltungen.

Durch Rundungen gehen die Summen beider Grafiken nicht auf. Daher genaue Zahlen Grafik rechts:
gelb: 7,7 GW
schwarz: 5,5 GW
grün: 4,2 GW
rot: 2,7 GW

Die Performance der Atomindustrie in Europa der letzten 20 Jahre ist erschütternd

dazu gibt es nicht mehr zu sagen…

Energiesystem-Tetris oder warum Grundlast-kraftwerke nicht mehr ins System passen

Nicht nur der Energiemix, auch die Grundlogiken unseres Energie-systems ändern sich. Wie, das erklärt das „Energiesystem-Tetris“:
Im Jahr 2045 wird die Last im Stromsystem in den meisten Zeiten durch Wind, Sonne & Co gedeckt. Im Bereich bis zu wenigen Tagen werden Mengen über Speicher und flexible Lasten verschoben. Die Optimierung erfolgt durch Preissignale des klug regulierten Strommarktes.
Echte Deckungslücken gibt es nur einige hundert Stunden im Jahr, während der berühmten Dunkelflauten. Diese Lücken können nur Kraftwerke günstig schließen, die in der Anschaffung billig sind. Denn meistens stehen sie ungenutzt rum. Wenn sie laufen, herrscht Knappheit im Markt und damit hohe Preise. Es können teurere Brennstoffe eingesetzt werden wie z.B. Wasserstoff. Passt (Grafik links).
AKW passen genau nicht in dieses Spiel. Sie haben hohe Kapitalkosten. Sie rumstehen zu lassen ist unwirtschaftlich: die hohen Abschreibungen auf kleine Strommengen umzulegen würde den ohnehin sehr teuren Strom nochmals vielfach teurer machen. Passt nicht (Grafik rechts).
Auch die Zeitachse passt nicht: bis ein AKW-Baustein unten angekom-men ist, gehen >15 Jahre ins Land. Bis dahin sieht das Spielfeld ganz anders aus: Batterien, E-Autos, Wärmepumpen und neue Geschäfts-modelle zu flexiblem Verbrauch haben das System weiter umgekrempelt.
Spoiler: im Energiesystem-Tetris kann man die Bausteine nicht nach Belieben drehen…wirtschaftlich würde das einem Vertauschen von CAPEX und OPEX entsprechen. Sowas gibt‘s nicht in der realen Welt.

Bilanz von 65 Jahren Energiepolitik: Kurs Richtung 100% Erneuerbar ist gesetzt.

Auch Energiepolitik kann man immer nur im Lichte ihrer Zeit verstehen. Ein Rückblick auf 65 Jahre Wunsch und Wirklichkeit deutscher Energiepolitik zeigt, wie sich der „Lösungskorridor“ für eine saubere und günstige Stromversorgung immer wieder verändert hat.

X-Achse: mengenanteile fossiler Energien im Strommix (Kohle im Verhältnis zu Erdgas bzw später Wasserstoff).
Y-Achse: mengenanteile Atomenergie vs. Erneuerbar

Die erste in diesem Bild klar erkennbare Energiestrategie ging Ende der 1985 Jahre zuende: der Ausbau der Atomenergie. Ihre Mengenanteile sind bis zum Ausstieg kontinuierlihch gesunken.

Die zweite „Energiestrategie“ ab 1990 hieß „Erdgas und Erneuerbare“, war damit aber nicht so recht auf Klimaneutralität ausgerichtet. Ab 2012 werde der Ausbau der Erneuerbaren gebremst und der Gasanteil hochgefahren – bis diese Strategie 2021 mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ein jähes Ende fand. Von 2021 bis 2024 fand ein massiver Richtungswechsel statt: Kurs 100% Erneuerbare.

 

“Batterien

In Kalifornien wird regelmäßig bereits ein Viertel der solaren Mittagsspitze zwischengespeichert. Dieser Strom verdrängt dann abends Erdgasverstromung aus dem Markt. Die Grafik zeigt das für einen Tag mit hoher Solarstromerzeugung, den 26.08. 2025. An Tagen mit weniger Sonne werden bereits de als 30% zwischengespeichert.

Die hier gezeigten Verläufe geben nicht das gesamte Marktgeschehen wieder. Auch Wasserkraft wird in Kalifornien flexibel genutzt (mittags ~null, 26.08. abends knapp 5 GW). Auch Im- und Export spielen eine Rolle (nach Volladen der Batterien am Nachmittag gut 2 GW, nach Entleerung der Batterien nachts 7 GW).

Die 2,2 GW nukleare Stromerzeugung in Kalifornien fahren den ganzen Tag über Dauerstrich.

Diese entwicklung in Kalifornien ist wenige Jahre jung. Hätten wir in Deutschland im selben Tempo Großbatterien aufgebaut, würden von den 400 bis 450 GWh Solarstrom, die an guten Tagen hierzulande erzeugt werden, bereits weit über 100 GWh zwischenspeichern können. Real sind das gemäß erst 3 GWh (zusätzlich haben wir ca. 17 GWh Kapazität in Heimspeichern, die aber nicht marktdienlich gefahren werden)

April 2025: weltweit erstmals mehr Solar- als Atomstrom

Die Wachstumsdynamik bei der Solarenergie ist ungebrochen. Ein Zuwachs von 6% der weltweiten Stromerzeugung in nur 5 Jahren – menschheitsgeschichtlicher Rekord. Auch die Windkraft wächst weiter, hat aber „nur“ plus 3 % im selben Zeitraum geschafft.

Die Erzeugungsschwankungen, die Stromsysteme aufnehmen müssen, nehmen logischerweise zu. Zwar ergänzen sich Wind und Sonne gut. Dennoch müssen insbesondere in Ländern mit hohen Solaranteilen im Strommix Markt und Netz entsprechend modernisiert werden.

Weltweit sinkt der Anteil aus atomarer Stromerzeugung weiter. In den letzten 5 Jahren um ca. 1% der Weltstromproduktion. In absoluten Zahlen ist sie stagniert, haben sich also Neubauten mit Abschaltungen die Waage gehalten.

„Hocheffiziente Verbrenner“ gibt es nicht.

Verglichen mit früherer Technik sind die heutigen Verbrennungsmotoren tatsächlich „hocheffizient“ und beeindruckend nah an die physikalische Grenze heran optimiert. Eine Steigerung des Gesamtwirkungsgrades in einem typischen Fahrzyklus von z.B. 24% auf 25% entspricht nochmal einem relativen Gewinn von 4%.

Aber jenseits der eigenen Scheuklappe fahren eben schon Autos mit 70% Gesamtwirkungsgrad und mehr durch die Gegend. Und gewinnen weltweit in hohem Tempo immer größere Marktanteile, drängen mit höherer Effizienz, geringeren Betriebs- und mittlerweile auch Anschaffungskosten die „hocheffizienten Verbrenner“ aus dem Markt. Genau das macht der deutschen Automobilindustrie zu schaffen, nicht etwa ein angebliches, politisch motiviertes „Verbrenner-Aus“ .

Flexibilität ist das neue Gold

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit von Lastflexibilisierung und Stromspeichern sind u.a. die täglichen Preisschwankungen im Stromhandel. Der sogénannte „Spread“, also die tägliche Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Preise, lag im Jahr 2019 im Durchschnitt bei ca. 3 ct/kWh. Kein gutes Geschäft für Flexibilitäten.

Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien sind die Preistäler heute tiefer, Strom bei viel Sonne oder Wind also günstiger als 2019. Und durch stark gestiegene Gas- und CO2-Preise ist Strom bei wenig Wind und Sonne deutlich teuerer geworden: er stammt dann aus teuren Gaskraftwerken. Im Ergebnis ist der Spread im Jahr 2025 auf über 12 ct/kWh gestiegen. Reichlich Anreiz für Investitionen in Flexibilisierung von Lasten und Speicher.

Gas- und CO2 prägen die Strompreise, nicht der Atomausstieg

Über die sogenannte „Merit Order“ sind Gaskraftwerke im Strommarkt in vielen Zeiten preissetzend. Damit prägen sie auch die Durchschnittspreise im Handel. Entsprechend klar korrelieren diese mit den deutlich gestiegenen Gas- und CO2-Preisen. Sie korrelieren aber nicht mit den Abschaltungzeitpunkten deutscher Atomkraftwerke, auch wenn dies immer wieder als Ursache für Strompreissteigerungen benannt wird.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Grenzkosten der Gasverstromuing (orange) als Summe aus Brennstoffkosten für das Gas und den Kosten für CO2-Emissionen. Beides wurde gewichtet mit einem durchschnittlichen Kraftwerkswirkungsgrad von 55%. Der Verlauf der durchschnittlichen Großhandelspreise für Strom ist in grün dargestellt und weitgehend deckungsgleich.

 

Auch mit chinesischen Solarmodulen heimische Wertschöpfung von Solarstromerzeugung zu über 90%

Auch mit chinesischen PV-Modulen ist Solarenergie in Deutschland vor allem ein heimisches Geschäft: der weitaus größte Teil der Investition sowie Ausgaben für Betrieb, Finanzierung und Steuern bleiben in Deutschland und Europa.

Die Grafik zeigt die Barwerte aller Ausgaben für die Investitionen, also neben den Solarmodulen auch für Wechselrichter, Gestellsysteme, Montage, Projektentwicklung etc. sowie für den Betrieb. Diese Kostenblöcke teilen sich in der Grafik auf nach OPEX für Wartung, Service und Vermarktung, Kapitaldienste und Steuern. Der relativ kleine Anteil der Modulkosten an den Gesamtsystemkosten zum Zeitpunkt der Investition verdünnt sich so weiter auf unter 10% des Barwertes.

 

Die Energiewende der zwei Geschwindigkeiten hat Schieflage

Das Problem im Stromsektor ist nicht der schnelle Zubau der Erneuerbaren Energien. Es sind auch nicht der Verfall von Marktwerten für EE-Strom, die zunehmenden Negativpreise oder die hohe Volatilität, die als Preisrisiko den Strom für Verbraucher verteuert. Das Problem ist vielmehr, dass der Markt all die daraus folgenden Preissignale nicht ausreichend aufnehmen und in Investitionen umsetzen kann. Zum einen, weil Regulierung zu viele Fehlanreize setzt (Netzentgeltstrukturen, Preisniveaus Gas vs. Strom für Wärme etc.) oder Hürden in den Weg stellt (Netzanschlüsse Batteriespeicher etc.).
Noch schwerer wiegt, dass die Organisation unserer Verteilnetze und ihr technischer Stand weit hinter den neuen Anforderungen zurückhängen. Nicht nur für Einspeiser und Speicher, auch für Verbraucher fehlen Anschlusskapazitäten und/oder dauern Netzanschlüsse viel zu lange.

Im Ergebnis läuft die Flexibilisierung in Markt und Netz viel zu langsam und droht sich das Bild zu verstärken und regelrecht „ein Knoten zuzuziehen“. Doch das muss nicht sein. Die Politik hat es in der Hand, den Wandel aktiv zu gestalten und überfällige Modernisierung voranzubringen. Bei der Elektrifzierung von Mobilität, Wärme und Industrie und allen voran bei der Standardisierung und effizienteren Organisation von Netzbetrieb.

 

Industrielle Massenfertigung ist DER Game Changer

Wie ist der massive Kosten- und Preisverfall erneuerbarer Energien möglich und warum kommt konventionelle Energietechnik nicht dagegen an?

PV, Batteriespeicher etc. sind High Tech. Alles dafür erforderliche Spezial-Know-How lässt sich jedoch in zentralen Fertigungsstätten und F&E-Abteilungen bündeln. Dort werden standardisierte Solarzellen und -module in industrieller Massenfertigung millionenfach hergestellt. Die Skalierung lässt Kosten fallen, neue Technologie fließt sofort in neue Fertigungslinien für den wachsenden Markt ein, steigert weiter Leistung und senkt Kosten.
Gleichzeitig ist der Kraftwerksbau extrem einfach, benötigt nur wenige verschiedenartige Teile in unterschiedlicher Anzahl und kann hunderttausendfach parallel mit relativ wenig Vorwissen erfolgen. So kann auch der Absatzmarkt schnell wachsen. Erste Betriebserfahrung kann nach weniger als einem Jahr in neue Entwicklung einfließen.

Bei zentraler Kraftwerkstechnik ist all dies exakt umgekehrt – besonders extrem bei Nukleartechnik. Hunderttausende verschiedenartige Teile müssen einzeln entwickelt, gefertigt und sicherheitsgeprüft werden. Mit viel Spezial-Know-How werden diese vorkonfektioniert und auf wenigen gleichzeitigen Baustellen zu Kraftwerken zusammengesetzt. Das dauert ~15 Jahre. Betriebserfahrung und Lernen findet entsprechend langsam statt.

 

Industrielle Massenfertigung ist DER Game Changer

Wie ist der massive Kosten- und Preisverfall erneuerbarer Energien möglich und warum kommt konventionelle Energietechnik nicht dagegen an?

PV, Batteriespeicher etc. sind High Tech. Alles dafür erforderliche Spezial-Know-How lässt sich jedoch in zentralen Fertigungsstätten und F&E-Abteilungen bündeln. Dort werden standardisierte Solarzellen und -module in industrieller Massenfertigung millionenfach hergestellt. Die Skalierung lässt Kosten fallen, neue Technologie fließt sofort in neue Fertigungslinien für den wachsenden Markt ein, steigert weiter Leistung und senkt Kosten.
Gleichzeitig ist der Kraftwerksbau extrem einfach, benötigt nur wenige verschiedenartige Teile in unterschiedlicher Anzahl und kann hunderttausendfach parallel mit relativ wenig Vorwissen erfolgen. So kann auch der Absatzmarkt schnell wachsen. Erste Betriebserfahrung kann nach weniger als einem Jahr in neue Entwicklung einfließen.

Bei zentraler Kraftwerkstechnik ist all dies exakt umgekehrt – besonders extrem bei Nukleartechnik. Hunderttausende verschiedenartige Teile müssen einzeln entwickelt, gefertigt und sicherheitsgeprüft werden. Mit viel Spezial-Know-How werden diese vorkonfektioniert und auf wenigen gleichzeitigen Baustellen zu Kraftwerken zusammengesetzt. Das dauert ~15 Jahre. Betriebserfahrung und Lernen findet entsprechend langsam statt.

 

MACH MIT

Unsere Themengruppen

Strom

mit Themen wie zB.:
Dezentrale Versorgung
Speicher
Netzintegration

Wärme

mit Themen wie zB.:
Nahwärmekonzepte
Wärmepumpen
Eisspeicher

Information &
Öffentlichkeit

mit Themen wie zB.:
Kommunikation
Beteiligung
öffentliche Vorträge
Hört sich interessant an?
Sei dabei!

Es geht um die Zukunft

Packen wir’s an!

Für eine zukunftsfähige, unabhängige und versorgungssichere Energie-Zukunft im Klettgau
Mach mit!